Coaching – Königswege und Irrwege

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    Ein Gastbeitrag von Sebastian Baade auf dem Blog des Erdinger Coaching-Kongreses:

    Der Titel „Coaching heute: Zwischen Königsweg und Irrweg“, unter dem der Erdinger Coaching-Kongress seit 2014 firmiert, hat nichts an Aktualität verloren – im Gegenteil. Zeigt er doch, dass es im Coaching seit Jahren und auch bis heute noch beide Seiten gibt: Den Königsweg, womit vor allem eine hohe Qualität im Coaching gemeint ist und den Irrweg, bei dem diese Qualität fehlt oder nicht ausreichend ist.

    Coaching – die Entwicklung

    Ein Grund, warum Coaching teilweise auf den Irrweg geraten ist, ist in der Geschichte von Coaching zu sehen. Böning & Fritschle (vgl. hierzu 2005, S. 22-31) beschreiben diese Entwicklung von Coaching anhand von sieben Phasen:

    1.    Den Ursprung (70er bis Mitte der 80er Jahre in den USA)
    2.    Die Erweiterung (Mitte der 80er Jahre in den USA)
    3.    Der Kick (Mitte der 80er Jahre in Deutschland)
    4.    Die systematische Personalentwicklung (Ende der 80er Jahre in Deutschland)
    5.    Die Differenzierung (Anfang der 90er Jahre)
    6.    Der Populismus (Mitte/Ende der 90er Jahre)
    7.    Die vertiefte Professionalisierung (seit dem Jahr 2000)

    Der Irrweg von Coaching ergab sich demnach vor allem in den Phasen fünf und sechs, nachdem erste Erfolge von Coaching nachgewiesen wurden und es stark an Popularität zunahm. Dadurch wurden immer mehr Maßnahmen als Coaching bezeichnet, die wenig bis gar nichts mit Coaching zu tun hatten. Beispiele sind unter anderem die Bezeichnung von Seminaren oder Trainings als Coaching wie das EDV-Coaching oder das Dance-Coaching. Der Markt wurde interessanter, die Nachfrage nahm zu und das Angebot erhöhte sich leider auch durch viele gering oder nicht ausgebildete Coachs.

    Professionalisierung im Coaching

    Daher entwickelte sich ab dem Jahr 2000 die siebte Phase, die vertiefte Professionalisierung. Viele Coachs haben erkannt, dass es kaum einheitliche Qualitätsstandards gibt und Coaching durch die zuvor beschriebene mangelnde Qualität einen schlechten Ruf bekommen hatte. So wurde an mehr Forschung über Coaching appelliert und Forschungsarbeiten in Form von Diplom- bzw. Masterarbeiten, Dissertationen und Studien haben seitdem stark zugenommen. Zudem wurden einheitliche Qualitätsstandards entworfen, vielfach wird sich auf folgende vier Qualitätsdimensionen bezogen (vgl. Heß & Roth 2011, S. 141-142):

    •    Strukturqualität
    •    Beziehungsqualität
    •    Prozessqualität
    •    Ergebnisqualität

    Auch die Methode bzw. die wissenschaftliche Grundlage, die Coachs nutzen, ist sehr wichtig zum Erreichen einer hohen Qualität. Diese Methoden/Grundlagen kommen beispielsweise aus der Hypnotherapie, der Gesprächstherapie, der Logotherapie, der systemischen Therapie und vielem mehr. Interessant ist dabei, bis zu welchem Grad eine Denkschule das Coaching dominiert und wie breit daher der Methodenkoffer eines Coaches ist. Oftmals kritisiert werden mangelnde wissenschaftliche Methoden, weshalb es von hoher Bedeutung ist, die eigenen Methoden kritisch zu evaluieren und das eigene Coaching auf eine solide, wissenschaftliche Basis zu stellen.

     

    Portrait Sebastian BaadeSebastian Baade studierte bis Juli 2016 Wirtschaftspsychologie an der Hochschule für angewandtes Management. Seine Masterthesis befasste sich mit der Integration der Positiven Psychologie in Coaching. Am Thema Coaching interessiert ihn, dass dadurch schwierige Phasen überwunden werden und Stärken gefördert und vermehrt genutzt werden können. Sein besonderen Interessen liegen in der Psychologie und deren Einsatzmöglichkeiten in Unternehmen – speziell im Personalbereich.

     

     

     

    Buchhinweis

    Auf Grundlage des 1. Erdinger Coaching-Kongresses ist 2016 das Buch „Qualität im Coaching“ erschienen. Anhand der auch im Blogbeitrag genannten Qualitätsdimensionen Strukturqualität, Beziehungsqualität, Prozessqualität und Ergebnisqualität geben die AutorInnen vertiefende Einblicke zu generellen Fragestellungen im Coaching, zu Coaching-Methoden und zur Frage: Wie kann Qualität im Coaching gewährleistet werden?

    Bestellen können Sie das Buch hier (Link).

     

    Quellen zum Beitrag von Sebastian Baade:
    Böning, U. & Fritschle, B. (2005). Coaching fürs Business. Was Coaches, Personaler und Manager über Coaching wissen müssen. Bonn. managerSeminare Verlags GmbH.
    Heß, T. & Roth, L. (2012). Professionelles Coaching. 4. Auflage. Kröning. Asanger Verlag GmbH.

 

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