Coaching-Konzepte für den „New Way of Learning“

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    Prof. Dr. Axel Koch geht in seinem Blogbeitrag für den Coaching-Kongress auf den sogenannten New Way of Learning ein, der aufgrund des digitalen Wandels in Unternehmen Einzug hält und damit auch neue Ansprüche an Coaching bedeutet. Vorreiter-Firmen wie adidas oder die Deutsche Bahn rufen eine Lernkultur des selbstverantwortlichen und lernagilen Mitarbeiters aus, der sich selbst aktiv um seine Kompetenzentwicklung kümmert. Doch da gibt es einen Haken.

    Zur Zeit läuft ein MOOC (Massive Open Online Course), das sich mit der Frage auseinandersetzt, wie angesichts des digitalen Wandels die neue Art des Lernens in Unternehmen aussieht. Der Veranstalter ist die Anfang des Jahres gegründete Corporate Learning Alliance. Im Rahmen dieses digitalen Lernformats stellen bekannte Firmen ihre Ansätze zum Corporate Learning 2.0 vor. Laut Veranstalter gab es nach einer Woche mehr als 1.200 Teilnehmer, über 500 Diskussionsbeiträge und fast 250 Reflexionen zur aktuellen und zukünftigen Bildungslandschaft in den Unternehmen.

    Der Lerner ist nicht so, wie er sein sollte

    Während nun auf der einen Seite digitale Lernformate ein bedarfsgerechtes Lernen jederzeit und an jedem Ort ermöglichen, merken die Unternehmen auf der anderen Seite, dass diese Art des Lernens zu wenige Mitarbeiter umsetzen. Hinzu kommt das lange diskutierte Problem des mangelnden Lerntransfers. Die Frage ist also, wie man Menschen in ihrer Lern- , Veränderungs- und Transferkompetenz stärken kann.

    Transferstärke-Coaching

    Meine eigene Forschung der letzten Jahre an rund 2.500 Probanden bringt hierzu einen neuen Lösungsansatz. Das neue Format des Transferstärke-Coachings zielt darauf ab, Teilnehmer stark für die Umsetzung von Lerninhalten zu machen. Auf der Basis des empirisch-wissenschaftlich entwickelten Transferstärke-Modells kann genau analysiert werden, welche Einstellungen und Fertigkeiten einer Person für den erfolgreichen Lerntransfer fehlen und wie die fehlenden Kompetenzen durch das Transferstärke-Coaching präzise und bedarfsgerecht aufgebaut werden können. Dieses Konzept basiert auf Theorien, Modelle und empirische Befunde aus der Therapie- und Lerntransferforschung und ist als Weiterentwicklung des Transfercoachings zu sehen.

    Transfercoaching

    Insgesamt geht das Transferstärke-Coaching einen Schritt weiter als bereits bestehende Konzepte des Transfercoachings, des virtuellen Transfercoachings oder des Telefon-Coachings – auch Telefon-Shadowing genannt. Diese zielen vor allem darauf ab, Fortbildungsteilnehmer immer wieder in die Reflexion der Umsetzung von aktuellen Lernvorsätzen zu bringen und Impulse zu vermitteln, wie Transferhürden überwunden werden können.

    Volitionale Transferunterstützung

    Weniger bekannt ist das Konzept der volitionalen Transferunterstützung. Teilnehmer sollen dabei in ihrer Volition in den Bereichen „Positive Motivationskontrolle“, „Negative Motivationskontrolle“, „Emotionskontrolle“ und „Kognitionskontrolle“. gestärkt werden. Geeignete Volitionsstrategien helfen, sich mit Lernstoff auseinanderzusetzen, der nicht automatisch ein hohes inhaltliches Interesse auslöst.

    Nun ist es an den Firmen diese Konzepte sinnvoll zu integrieren. Es gilt zu analysieren, wie lernstark Mitarbeiter sind und ihnen die passende Unterstützung zu geben. Nur auf Selbstverantwortung zu hoffen, wird dagegen wenig bringen.

    Weiterführende Informationen

    • Alke, M. (2010). Mit Anstoß zur Veränderung. Transfercoaching. In: managerSeminare (Heft 146, Mai 2010), S. 58–63
    • Behrendt, P., Pritschow, K. & Rüdesheim, B. (2007): Transfercoaching. Vom Seminar zur erfolgreichen Umsetzung im Berufsalltag. In: Zeitschrift für Führung und Organisation (zfo) 76, 2007 (1), S. 49–56
    • Deimann, M.; Weber, B & Bastiaens, T. (2008): Volitionale Transferunterstützung (VTU) – Ein innovatives Konzept (nicht nur) für das Fernstudium. Hg. v. IfBM.Impuls. Schriftenreihe des Instituts für Bildungswissenschaft und Medienforschung. Hagen
    • Geißler, H.; Hasenbein, M. & Wegener, R. (2013): E-Coaching: Prozess- und Ergebnisevaluation des „Virtuellen Zielerreichungscoachings“. In: Organisationsberatung Supervision Coaching 20 (2), S. 125–142
    • Koch, A. (2015). Gelerntes umsetzen lernen. Transferstärke Coaching. In: managerSeminare. Das Weiterbildungsmagazin. Ausgabe Juni 2015, Coaching, Beilage zu Heft 207, S. 4-9. Bonn: managerSeminare. Artikel-Download >>>>
    • Koch, A. (2015). Titelthema. 70-20-10-Wunschdenken. Zweifel an der Realitätsnähe der Bildungsformel. In: wirtschaft + weiterbildung. Das Magazin für Führung, Personalentwicklung und E-Learning. Ausgabe 05-2015. Seite 18-25. Freiburg: Haufe Artikel-Download>>>>
    • Leder, S. (2013): Telefon-Shadowing. Wirksamkeit einer neuen Coaching-Methode zur Umsetzung von Verhaltensänderungen. Diplomarbeit. Universität Bielefeld, Bielefeld. Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaften, Abteilung für Psychologie, Arbeits- und Organisationspsychologie
    • Pape, K.-H. (2015). DB Training will nicht mehr unterrichten. Blog vom 24. April 2015. https://khpape.wordpress.com/2015/04/24/db-training-will-nicht-mehr-unterrichten/ Zugegriffen: 28.09.2015
    • Reimann, S. (2015). „Ihr lernt, wir wachsen.“ Personalentwicklung bei adidas. In: managerSeminare, Heft 208, Juli 2015, S. 62–66.

    Portraitfoto Axel KochProf. Dr. Axel Koch gehört zu den führenden Experten für nachhaltig wirksame Personalentwicklung. Der Diplom-Psychologe ist Professor für Training und Coaching an der Hochschule für angewandtes Management in Erding. Breite Bekanntheit hat er durch seinen unter dem Pseudonym Richard Gris verfassten Wirtschaftsbestseller „Die Weiterbildungslüge“ (2008, Campus) erlangt. Die Zeitschrift OrganisationsEntwicklung zählt ihn deshalb zu den „wichtigsten Vordenkern zu den wesentlichen Fragen zur Zukunft von HR“ (Dossier 2/12). Seine Transferstärke-Methode® gehört zu den Preisträgern beim Deutschen Weiterbildungspreis 2011. Mehr unter: www.transferstaerke-coaching.de

 

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