Coaching-Herausforderungen bei Mitarbeitern ab 55

  • In unserem letzten Blogartikel haben wir uns mit den verschiedenen Phasen des Berufslebens beschäftigt. Dieser Beitrag soll nun näher auf die Coaching-Herausforderungen bei Mitarbeitern ab 55 eingehen.

     

    Herausforderungen für Coaches

    Es sind drei wesentliche Herausforderungen, denen ein Coach in Entwicklungsphasen seiner Klient begegnet. Diese sollen im Folgenden näher erläutert werden.

     

    Erste Herausforderung

    Die erste Herausforderung betrachtet neue Arbeitsweisen, -inhalte oder auch Veränderungen in der Position zunehmend unter dem Blickwinkel des Statuserhalts. Hierbei steht die Frage im Hinterkopf: „Bedroht mich die Veränderung in irgendeiner Weise?“ Es ist dabei egal, ob es um echte oder auch nur gefühlte Herausforderungen geht. Dem Klienten spielt in unserer Kultur das stark ausgeprägte Bild der „jungen Erfolgreichen“ einen Streich. Es verursacht Selbstzweifel, die zu tendenziell defensivem, mutlosem Handeln oder pathologischer Selbstabwertung in depressiven Krankheitsbildern führen können. Die reale Veränderung der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit trägt zusätzlich zur Sorge bei, nach einer erfolgreichen Karriere nicht mehr mithalten zu können.

     

    Foto © freeGraphicToday / pixabay

    Zweite Herausforderung

    Die zweite Herausforderung ist die Suche nach einem motivierenden Sinn für die verbleibende, immer noch lange Zeit im Arbeitsleben. Die Kernfrage ist: Wenn es nicht mehr der berufliche Aufstieg, Anerkennung, Macht und finanzieller Reichtum sind, die motivieren – reicht die vorhandene Freude an der Aufgabe für diese Phase aus? Und wenn Zweifel daran bestehen: Was sind Alternativen, die zusätzlichen Sinn stiften können?

    Viele Coaching-Klient treten mit der Aufgabenstellung an ihren Coach heran, die eigene Leistungsfähigkeit und das Durchhaltevermögen soweit „aufzumöbeln“, dass es noch bis zum Ende reicht. Das ist eine unbefriedigende und in der Regel auch nicht erreichbare Zielsetzung, weil es eigentlich um eine grundsätzliche Prüfung der Sinnfrage und gegebenenfalls um eine Richtungskorrektur gehen muss.

     

    Foto © geralt / pixabay

    Dritte Herausforderung

    Die dritte Herausforderung ist die Vorbereitung der nächsten Lebensphase, des Ruhestandes. Bereits durch seinen Wortsinn wirkt er oft bedrohlich. Insbesondere wenn der Fokus bisher nahezu ausschließlich auf der beruflichen Aufgabe gelegen hat. Je weiter der dritte Abschnitt des Berufslebens fortgeschritten ist, desto drängender wird diese Aufgabe. Die besondere Schwierigkeit dabei ist, dass die Motivation für die verbleibenden Arbeitsjahre auf der einen Seite und der Aufbau eines Lebens „nach der Arbeit“ auf der anderen Seite scheinbar erst einmal in Konkurrenz zu stehen scheinen.

    Entweder ist die Motivation für die aktuelle und auch noch einige Jahre andauernde Arbeit hoch, dann erscheint die Vorbereitung des Ausstiegs eher wie der Gang ins Exil. Meist ist die Motivation schon derartig gesunken, dass der baldige Ausstieg auch als Flucht wahrgenommen werden kann. In diesen Fällen scheint die verbleibende Arbeitszeit häufig unendlich lang. Die Kunst des Coachings besteht hier darin, die Klient dabei zu unterstützen, den letzten Arbeitsabschnitt erfüllt zu gestalten und gleichzeitig bzw. parallel neue bereichernde Lebensinhalte aufzubauen.

     

    Ansatzpunkte und Ideen liefert dazu das Change Management: In Anlehnung an bewährte Methoden zur Bewältigung von Veränderungsprozessen im Unternehmen lassen sich hilfreiche Ideen und Analogien für das Personal Change Management ab 55 ableiten.

     

    Ich freue mich auf einen spannenden Austausch mit Ihnen!

     

    Ihr Arnd Schaff

     

 

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