Coaching in Betrieben: Wie führe ich mein Lebenswerk weiter?

  • Im deutschen Mittelstand existiert ein faszinierender Unternehmenstypus: die Familienunternehmen. Diese zeichnen sich durch solides wirtschaftliches Handeln, Nachhaltigkeit und soziales Engagement aus. Kaum eine Gruppe von Unternehmen verfügt über eine derartig hohe Reputation wie Familienunternehmen. Zudem fallen, gemäß des Bundesverbandes für die deutsche Industrie auch Großkonzerne unter diese Kategorie.

     

    Unternehmensnachfolge

    Das eigene Lebenswerk in andere Hände zu geben fällt schwer. Die meisten wollen ihr Unternehmen in guten Händen wissen, was allerdings nur die halbe Wahrheit ist. Neben tragfähigen Lösungen für wirtschaftliche, rechtliche und steuerliche Herausforderungen (logischer Bereich) gilt es, sich emotional in eine völlig veränderte Rollenstruktur in Unternehmen und Familie hinein zu finden. Hierbei gilt der logische Bereich als berechenbar. Der emotionale Bereich ist es aus meiner Erfahrung als Mediatorin und Coach nicht. Ich wurde schon oft in Betriebe gerufen und musste feststellen, dass die Fronten so verhärtet waren, dass der Betrieb kurz vor der Insolvenz stand. Warum? Energie und Kompetenzen der einzelnen Generationen wurden für den Konflikt verbraucht, nicht aber in die gemeinsame Weiterführung des Betriebes investiert.

    Foto © 5arah / pixabay

    Prinz-Charles-Syndrom

    Ein Grund für dieses Phänomen ist das sogenannte Prinz-Charles- Syndrom. Hierbei finden Betriebsübergaben finden häufig erst im höheren Alter der Eigentümer statt, dass der direkte Nachfolger schon selber fast kurz vor dem Renteneintritt steht. Wie viel sinnvoller wäre es, in dieser Situation den Betrieb an die Enkelgeneration weiter zu geben. Leider führen solche unglücklichen, späten Unternehmensübergaben häufig dazu, dass eine Generation keinen Unternehmensnachfolger mehr in der eigenen Familie findet oder Betriebe einfach überaltert sterben.

     

    Die nächste Generation

    Doch warum fällt es den Unternehmensübergebern so schwer ihr Unternehmen in die Hände der nächsten Generation weiterzugeben? Hier setzt mein Lebensphasencoaching an! Wichtig ist die Wertschätzung des „Lebenswerks des Übergebers“ durch den „Übernehmer“. Erst wenn der Nachfolger bereit ist, das Lebenswerk des Übergebers zu wertschätzen, kann eine erfolgreiche Übernahme erfolgen. Grundsätzlich gilt in der Betriebsnachfolge eine Grundvoraussetzung: „Nur wenn die Nachfolger bereit sind die Verantwortung für den Betrieb zu übernehmen, kann der Übergeber auch übergeben.“

    Vorher gilt es, die Wünsche, Ängste und Erfahrungen der beteiligten Personen herauszufinden und aktiv zu kommunizieren. Oftmals werden von einer Generationsnachfolge auf die Nächste identische Kommunikations- und Verhaltensmuster gezeigt. Diese gilt es den Beteiligten bewusst zu machen, umso die Verstrickungen innerhalb der Familie auflösen zu können. Eine typische Frage die ich immer wieder gerne Unternehmensübergebern im Lebensphasencoaching stelle ist folgende: „Wie war das den damals bei der Nachfolge von ihrem Vater auf sie?“ und „Wie nehmen sie sich den aktuell in der Nachfolgephase wahr?“ Diese klaren Fragen führen oftmals schon zum Umdenken in verfahrenen Situationen.

    Foto © DanielReche / pixabay

    Ich kenne diese Nöte und Schwierigkeiten aus eigener Erfahrung. Einerseits habe ich die Unternehmensübergabe von meinen Großeltern an meine Eltern miterlebt und andererseits stand ich selber vor der Entscheidung, den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb zu übernehmen. Ich weiß daher sehr gut um die Wünsche und Hoffnungen der Familie in den Betriebsnachfolger. In beiden Situationen hätte ich mir einer Prozessbegleitung, wie ich sie heute meinen Klienten anbiete, gewünscht. Ich habe mich entschieden meinen eigenen Weg zu gehen und den elterlichen Betrieb nicht zu bewirtschaften. Dafür begleite ich heute Familienunternehmen im Nachfolgeprozess. Ich lade alle Interessierten ein, mit mir auf dem Coaching Kongress einen kleinen Blick in das Lebensphasencoaching während des Nachfolgeprozesses zu werfen.

     

    Ihre Daniela Sarrazin

     

 

1 Comment

 

  1. Mayr P. 23. April 2018 Antworten

    Interessanter Beitrag zum Thema Nachfolgeregelung. Und wie immer kommt auch hier raus, dass die Unternehmensnachfolge in vielen Betrieben zu spät in Angriff genommen wird - also das Prinz-Charles-Prinzip. Dabei ist das Problem in viele Unternehmen doch bekannt und ja länger man die Suche nach einem Nachfolger aufschiebt, desto schwieriger wird meistens der ganze Prozess. Deshalb kann man immer nur sagen: Die Nachfolgeregelung rechtzeitig klären und im Zweifelsfall ein Coaching zur Unternehmensnachfolge machen, um den Prozess so gut wie möglich abzuschliessen.

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